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Eine lange Festplanung ging nun auf die Zielgerade. Mit einem festlichen Gottesdienst, zahlreichen Ehrengästen und einem geselligen Beisammensein feierte ganz Zell am Sonntag ihr großes Doppeljubiläum - das 700-jährige Bestehen der Pfarrei Zell sowie das 140-jährige Jubiläum der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Bischof Rudolf Voderholzer brachte das herrlichste Sommerwetter dazu mit nach Zell und würdigte die Bedeutung von Kirche und die Gemeinschaft. Bereits am frühen Sonntagmorgen trafen sich die Vereine am Zeltplatz beim Badeweiher, wo am Freitag eine erfreulich starke Anzahl an Helfern jeglichen Alters, im Nu, das Festzelt aufgestellt hatte.

Der Kirchenzug wurde angeführt von Zell´s Kirchenpfleger und Festleiter Johann Bräu und der Kirchenverwaltung. Gefolgt vom Festausschuss und der Ehrengäste aus kirchlichen und politischen Gremien schlossen sich die Vereine aus dem Gemeindebereich an. Auch der Pfarrgemeinderat aus Walderbach war vertreten. Für den richtigen Takt sorgte die Kapelle „Sunnreiber“ mit Chef Edi Hauser, die auch später im Festzelt für die musikalische Umrahmung sorgten. Vorbei an den gelb-weiß geschmückten Häusern erwartete die Kirchenbesucher ein beeindruckender Blumenteppich am Eingang des Gotteshauses.

Zum Lied „Ein Haus voll Glorie“ zog die Geistlichkeit mit 21 Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ein. Pastoralreferent Thomas Probst, die ehemalige Pastoralreferentin Barbara Dirmeier, die ehemalige Gemeindereferentin Monika Kirchbuchner, Schwester Birgitta Handl, Diakon Klaus Schülein, Pater Alois Schwarzfischer SAC, Pfarrer Martin Neidl, Pfarrer Antony Koottummel, Pfarrvikar Tinu Nedumbakaran, Dekan Ralf Heidenreich und Bischof Rudolf Voderholzer zogen in die übervolle Kirche ein. Dekan Ralf Heidenreich hieß den Regensburger Bischof willkommen und dankte ihm für sein Kommen.

In seiner Predigt gratulierte Bischof Voderholzer der Pfarrgemeinde zum Doppeljubiläum und sagte, dass Kirchen wichtige Orte der Orientierung und Hoffnung seien. Hier werde erfahrbar, dass Gott die Menschen begleite und ihnen Halt gebe. Doch nicht nur die Kirche, sondern auch ein kleiner Ort wie Zell - eingerahmt von den Hügeln und Bergen des Bayerischen Waldes, manche sagen: „Weit ab vom Schuss sozusagen“ blieb nicht verschont von den großen Ereignissen der europäischen Geschichte. Die eigens zum Jubiläum herausgegebene Festschrift dokumentiere diese Erlebnisse eindrucksvoll. Der Kirchenchor Zell unter der Leitung von Michaela Kangler-Lang, der durch zwei Geigen und einen Cellospieler unterstützt wurde, ließ mit seinen feierlichen Darbietungen, aufhorchen. Nach dem Gottesdienst zog die Festgemeinschaft zurück zum Festzelt.

Am Pfarrhof sangen die Mädchen und Jungen des Hauses für Kinder für den Bischof und die Geistlichen zwei Liedern. Beim Zelt klatschten dann die Kindergartenkinder die Ehrengäste ins Festzelt. Festleiter Johann Bräu begrüßte die zahlreichen Besucher und dankte allen Helfern, die zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hatten. Für das leibliche Wohl sorgte die Festküche von „Albi’s Grillschmankerl“ mit Spießbraten und weiteren Grill-Spezialitäten. Auch die große Auswahl an Kuchen und Torten fand regen Zuspruch. Für die jüngsten Gäste standen eine Hüpfburg und das weitläufige Gelände rund um den Badeweiher zur Verfügung. Auch das Schank-Team war auf Zack mit Getränken von Kauftreff Doktorowski.

Glückwünsche überbrachten zudem Bürgermeister Thomas Schwarzfischer und Bürgermeisterin Barbara Haimerl aus Wald. Beide betonten die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinde, genauso würdigten sie die Arbeit der ehrenamtlich engagierten Männer und Frauen, die sich für den Glauben und das Leben im Ort einsetzen. Haimerl verwies dabei auch auf die enge Verbundenheit innerhalb der Pfarreiengemeinschaft.

Der stellvertretende Landrat und Bürgermeister von Cham, Martin Stoiber stellte in seinem Grußwort fest: „Traditionen und gelebter Glaube seien wichtige Werte, die auch an die kommenden Generationen weitergegeben werden müssten“, so Stoiber. Dieses Pfarrfest zeigt sichtbar – Zusammenhalt, Glaube, Gemeinschaft. Bei Musik, guten Gesprächen und bester Stimmung klang das Pfarrfest am Nachmittag gemütlich aus.


Info: Die Festschrift kann ab sofort immer dienstags im Pfarrbüro für 10 Euro erworben werden.
Zitat des Tages: Es ist eine gute Zusammenarbeit hier in Zell zwischen Kirche und Rathaus – „Don Camillo und Peppone - die können es miteinander aushalten“, sagte Bürgermeister Thomas Schwarzfischer augenzwinkernd in Richtung Dekan Heidenreich.
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Mit großer Freude konnte am Dienstagvormittag die druckfrische Festschrift zum Doppeljubiläum offiziell an Dekan Ralf Heidenreich und Festleiter Johann Bräu übergeben werden. Hinter dem Werk steckt eine enorme Gemeinschaftsleistung des sechsköpfigen Festschrift-Teams, das in monatelanger intensiver Arbeit eine beeindruckende Chronik geschaffen hat.
Die 236 Seiten starke Festschrift umfasst rund 250 Fotos und insgesamt 80 Beiträge der letzten 40 Jahre. Sie spiegelt eindrucksvoll die Geschichte, den Glauben sowie das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Zell wider. Bereits lange vor der eigentlichen Gestaltung begann die immens aufwendige Vorarbeit mit dem Sammeln historischer Bilder, dem Recherchieren alter Zeitungsberichte sowie zahlreichen Gesprächen und Nachfragen.
Unterstützt wurden Anna Stubenrauch, Karl Kotz, Konrad Weber, Thomas Probst, Antonia Kulzer und Angelika Handl dabei vom Pfarrbüro mit Caroline Humbs sowie von Margot Schwarzfischer, Andreas Meyer und Dr. Manuela Daschner. Großen Anteil am gelungenen Ergebnis hatte auch die Druckerei Schramm aus Wörth, die in der unkomplizierten wie netten Zusammenarbeit, mit Erfahrung und fachkundigen Tipps die Festschrift zusätzlich aufwertete.
Dekan Ralf Heidenreich zeigte sich bei der Übergabe sichtlich beeindruckt vom Engagement aller Beteiligten. Er lobte besonders den zeitintensiven Einsatz des Teams, dass mit viel Herzblut ein wertvolles Erinnerungsstück über die Heimat Zell und ihre Kirche geschaffen habe.
Die Festschrift wird erstmals beim Pfarrfest am Sonntag, 7.6. durch das Festbüro verkauft. Der Preis beträgt 10 Euro. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass die Druckkosten dadurch nicht vollständig gedeckt werden können. Deshalb gelte allen Sponsoren ein besonderer Dank, die im Vorfeld mit ihren Spenden zur Verwirklichung dieses besonderen Werkes beigetragen haben.
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Im Rahmen des Jahresprogramms zum Doppeljubiläum – 700 Jahre Pfarrei und 140 Jahre Pfarrkirche, fand am Freitagabend, 8.5. eine feierliche Maiandacht im Pfarrhof Zell statt. Zahlreiche Gläubige versammelten sich rund um die kleine Kapelle im Pfarrgarten, die eingebettet zwischen blühenden Obstbäumen und bei strahlendem Sonnenschein, ein besonderes Ambiente, darbot. Für die Andacht war Weihbischof Dr. Josef Graf nach Zell gekommen.
Der Festausschuss hatte die Feierlichkeiten sorgfältig vorbereitet und für einen würdigen Rahmen gesorgt. Der Überlieferung nach soll sich an der Stelle der heutigen Kapelle einst der Altar der alten Kirche befunden haben, die früher neben dem Pfarrhaus stand. Musikalisch umrahmt wurde die Maiandacht von der Blaskapelle Zell.

Unter den Mitfeiernden befanden sich auch Dekan Ralf Heidenreich sowie Pfarrer Tinu Nedumbakaran und Pastoralreferent Thomas Probst, genauso wie einige Klosterschwestern mit Sr. Birgitta. In seiner Ansprache erinnerte Weihbischof Graf daran, dass der Monat Mai in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet sei. Gerade in schwierigen Zeiten könne der Glaube den Menschen Halt und Zuversicht schenken.
Besonders die Mutter Gottes sei für viele Gläubige eine wichtige Stütze und ein Zeichen der Hoffnung. Im Anschluss an die Maiandacht nutzte man die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit dem Weihbischof und bei Getränken und warmen Leberkässemmeln klang der Abend in geselliger Runde gemütlich aus.

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Ein gut gefüllter Saal im Gemeindehaus Martinsneukirchen zeugte am Sonntag, 19. April, vom großen Interesse an der Geschichte der Pfarrei Zell. Rund 70 Zuhörer waren gekommen, um den Vortrag von Dr. Manuela Daschner zu verfolgen, der im Rahmen des Jubiläumsjahres „700 Jahre Pfarrei Zell und 140 Jahre Pfarrkirche“, stattfand. Unter dem Titel „Historie – sieben Jahrhunderte bewegte Geschichte“ spannte die Referentin einen weiten Bogen von den Anfängen im Mittelalter bis in die Neuzeit.
Gleich zu Beginn erläuterte Daschner die aufwendige Recherchearbeit. Historische Quellen seien oft lückenhaft, erklärte sie, und müssten wie ein Puzzle aus unterschiedlichsten Archiven und Dokumenten zusammengesetzt werden. Trotz dieser Herausforderungen gelang es ihr, die Entwicklung der Pfarrei Zell anschaulich und detailreich darzustellen.
Im Mittelpunkt ihres einstündigen Vortrags stand die wechselvolle Geschichte der Region. Ausgehend vom 14. Jahrhundert mit dem Pfarreienverzeichnis von 1326 und der Bedeutung der Burg Lobenstein führte sie durch die Wirren der Hussitenkriege und die Zeit der „Hofer von Lobenstein“. Auch die Glaubensspaltung und die Teilung des Ortes im 16. Jahrhundert nahm breiten Raum ein. So wurde Zell nachweislich 1538 in Oberzell und Unterzell geteilt – eine Grenze, die bis 1808 Bestand hatte.
Einen eindrucksvollen Einblick bot die Darstellung des 17. Jahrhunderts, das stark vom Dreißigjährigen Krieg geprägt war. Plünderungen, Brandschatzungen und Truppendurchzüge hinterließen ihre Spuren. Nicht unbedingt durch den Kampf, sondern durch dessen Folgen: Seuchen, Unterernährungen und Infektionen – kostete ein Drittel der Bevölkerung das Leben. Auch kirchliche Veränderungen blieben nicht aus: Nach der Flucht des Pfarrers im Jahr 1632 übernahm das Kloster Frauenzell die Seelsorge, bevor die Pfarreien schließlich inkorporiert wurden.
Im 18. Jahrhundert standen zahlreiche Kirchenbauten und Erweiterungen im Fokus, während das 19. Jahrhundert von Reformen und Umbrüchen geprägt war. Die Säkularisation brachte tiefgreifende Veränderungen mit sich, darunter die Neuordnung der Pfarreien und die Auflösung von Klöstern. Besonders die Eingliederung von Martinsneukirchen als Filiale der Pfarrei Zell führte über Jahrzehnte hinweg zu Spannungen, die erst im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts abklangen.
Anschaulich untermauert wurde der Vortrag durch Kartenmaterial, das die Entwicklung von Ortsnamen, Pfarreigrenzen und Adelssitzen verdeutlichte. Auch die Geschichte der Burg Lobenstein sowie die politischen Einflüsse der Oberpfalz und des Hausvertrags von Pavia fanden Beachtung.
Zum Neubau der Pfarrkirche im 19. Jahrhundert verwies die Referentin auf eine kommende Festschrift, die es am 7. Juni beim Pfarrfest zu erwerben gibt und weitere Einblicke bieten wird. Der aktuelle Vortrag habe bewusst den Schwerpunkt auf die 700-jährige Geschichte der Pfarrei gelegt, während die Kirche selbst im Rahmen einer weiteren Kirchen-Führung im Oktober näher betrachtet werde.
Zum Abschluss bedankte sich Dr. Manuela Daschner beim Publikum für das große Interesse. Die Zuhörer honorierten das Gehörte mit langanhaltendem Applaus. Der Vortrag machte deutlich, wie facettenreich und lebendig die Geschichte der Pfarrei Zell ist – und wie sehr sie die Region bis heute prägt. In der anschließenden Fragerunde an sie, gab es noch einige interessante Antworten.
Auch Dekan Ralf Heidenreich zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Rednerin. Er würdigte insbesondere die intensive und detailreiche Recherchearbeit: „Hut ab und Vergelt’s Gott für diesen Einsatz.“ Zudem dankte er dem Festausschuss-Team für die Bewirtung mit Getränken und Kaffee.
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Am vierten Fastensonntagnachmittag versammelten sich die Firmkinder aus der Pfarreiengemeinschaft Wald und Zell, sowie deren Eltern und viele Bittgänger, um im Rahmen des Doppel-Pfarrjubiläums den Kreuzweg zu beten, der sich auf den Weg zur Burg Lobenstein hinauf befindet. Trotz eines wolkenbehangenen Himmels zogen Pfarrer Tinu Nedumbakaran und Diakon Klaus Schülein mit den Firmkindern - betend und singend vom Pfarrhof Zell weg hinauf zum Burgberg, zur ersten Station von insgesamt 14.
Ein Holzkreuz, dass immer ein anderes Mädchen oder Junge trug, ging dazu allen Gläubigen voran. An jedem Stein, der eine Kreuzwegstation innehat, wurde Halt gemacht und jeder der Firmlinge las und betete an einer der Stationen. Alle stimmten dazu jeweils mit einem Lied ein, bevor man wieder zur nächsten Kreuzwegstation ging. Nach der letzten Station am Burgberg, bedankte sich Pfarrer Tinu und Diakon Schülein für die Teilnahme.

Nach diesem Programmpunkt des Jubiläumsjahres, folgen am 19.4. ein Vortrag von Dr. Manuela Daschner in Martinsneukirchen und eine Maiandacht im Zeller Pfarrgarten am 8.5. Mit großen Schritten geht es dem feierlichen Pfarrfest am 7.6.2026 entgegen und auch die Firmung, die am 3.Juli sein wird, findet im Jubiläumsjahr treffend in Zell in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt statt.




