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Pfarreiengemeinschaft Wald-Zell
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Pfarrer Josef Renner bleibt unvergessen

„Mit Christus bei den Menschen“ – dieser Satz auf dem Sterbebild von Pfarrer Josef Renner beschreibt treffend sein Lebenswerk. Bei der Auferstehungsfeier am Freitagabend in der Expositur St. Jakobus in Süssenbach nahmen zahlreiche Gläubige Abschied von dem gebürtigen Untersteinbacher, der sein Leben ganz in den Dienst der Menschen und insbesondere der Menschen in Ghana gestellt hatte. Gemeinsam mit den Ministranten zog Dekan Ralf Heidenreich, begleitet von fünf weiteren Geistlichen, in die voll besetzte Kirche ein.

Unter ihnen waren Prälat Michael Fuchs als Vertreter der Diözese und des Bischofs, Pfarrer Thomas Senft, Diakon Hans Hofmann, Pater Tinu Nedumbakaran und Diakon Martin Peintinger. „Es ist ein etwas anderes Requiem“, sagte Dekan Ralf Heidenreich zu Beginn. Man feiere einen Auferstehungsgottesdienst in österlicher Freude und nehme zugleich Abschied von einem Menschen, der vielen Anwesenden viel bedeutet habe. In seiner Trauerrede erinnerte Diakon Hans Hofmann an das Leben und Wirken seines Mitbruders. Alles habe im Leben seine Zeit, sagte er mit Blick auf den Verstorbenen.

Josef Renner habe Zeit gehabt zu pflanzen und zu bauen, zu weinen über das Leid der Menschen und ebenso zu lachen. Nun habe Gott ihn in die Ewigkeit aufgenommen. Hofmann schilderte seine erste Begegnung mit Pfarrer Renner und hob dessen besondere Nähe zu den Menschen hervor. „Sepp hat den Weg der Hingabe gewählt“, betonte er. Renner habe sich selbst häufig hintenangestellt, die Liebe zu den Menschen sei sein Antrieb gewesen. Noch drei Wochen vor seinem Tod habe Hofmann ihn im Krankenhaus in Ghana besucht.

Besonders eng verbunden war Josef Renner mit Ghana, denn dort engagierte er sich über Jahrzehnte für den Aufbau von Schulen und die Zukunft von Kindern. Mit Unterstützung des Vereins „Ghana-Hilfe e.V.“ entstanden an verschiedenen Orten Schulen und Renner suchte für verwaiste und mittellose Kinder Paten, die ihnen den Schulbesuch ermöglichten. „Alle waren bei ihm willkommen“, erinnerte sich Hofmann. Einen Satz des Verstorbenen gab Hofmann den Anwesenden mit: „Gottes Liebe kennt keine Grenzen, warum sollen wir welche machen.“ Die letzte Ruhestätte von Pfarrer Renner werde er in Chamba an der Schule finden – an jenem Ort also, dem er einen großen Teil seines Lebens gewidmet hatte. Auch sein Wunsch, ghanaischer Staatsbürger zu werden, ging 2023 in Erfüllung.

Prälat Michael Fuchs zeichnete in seiner Ansprache den Lebensweg des Verstorbenen nach. Josef Renner wurde am 6. Januar 1943 in Wörth an der Donau geboren und studierte in Regensburg Theologie. Schon früh nahm er Kontakt zu den Steyler Missionaren auf und verbrachte 17 Monate in Nordghana. Am 1. Juli 1972 wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplans-Zeit in Tirschenreuth kehrte er 1975 nach Ghana zurück. Dort baute Renner die Pfarrei Chamba auf und widmete sich dem Aufbau und Betrieb von Schulen. Die zunehmenden Schwierigkeiten und gesundheitliche Probleme führten schließlich dazu, dass er 1989 nach Deutschland zurückkehrte.

Als Pfarrer in Kollnburg setzte er ebenfalls Akzente und legte unter anderem einen Bibelgarten an. 1990 wurde er zum Dekan des Dekanats Viechtach ernannt. Doch Ghana ließ ihn auch während seiner Jahre in Deutschland nicht los. Renner schrieb zwei Bücher über Afrika und wurde 1998 zum Ehrenhäuptling ernannt. Kaum war er ab 2013 in den Ruhestand versetzt worden, flog er erneut nach Ghana. Dort verstarb er nun vor Kurzem, am 2. August. Prälat Fuchs dankte im Namen der Diözese Regensburg und von Bischof Rudolf für Renners große Bereitschaft und seinen unermüdlichen Einsatz.

Eine besondere Würdigung verlas anschließend Irmgard Hilmer im Namen der Schwestern der Unbefleckten Empfängnis Mariens aus Ghana. Sie machten deutlich, dass Renners Arbeit weitergeführt werden soll. Sein Feuer habe viele Menschen angesteckt – dieses Feuer wolle man weiter brennen lassen. Zum Abschluss rief Dekan Ralf Heidenreich dazu auf, sich Pfarrer Josef Renner zum Vorbild zu nehmen: anderen Menschen zur Seite zu stehen, ihre Not wahrzunehmen und zur Hilfe zu eilen.

Auch der Verein „Ghana-Hilfe e.V.“ will Renners Lebenswerk fortsetzen und weiterhin Spenden für die von ihm aufgebauten Projekte sammeln.So wurde bei der Auferstehungsfeier nicht nur Abschied genommen. Vielmehr wurde deutlich, dass das Wirken von Pfarrer Josef Renner weiterlebt – in den Schulen, den Kindern und den Menschen in Ghana, denen er sein Herz geschenkt hatte.

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